Stralsund 2

Vorgestern hat es mal nicht geregnet und wir haben eine 20 Kilometer-Wanderung gemacht. An der Küste total easy, weil hier keine Berge sind. Unser Plan war, am Zielort im dortigen Hafen eine schöne Mittagspause einzulegen. Tja, dumm gelaufen – alles zu. Sogar das Hotel. So blieb uns nur die Rückreise mit dem Bus und ein verspätetes Mittagessen in Stralsund. Aber die Wanderung war super.

Gestern haben wir dann einen Museumstag im Regen gemacht und waren im Ozeaneum. Eigentlich dürften die momentan nur reduzierten Eintritt nehmen, da das große Meeresbecken gerade renoviert wird und man nur einen Film auf einer großen Leinwand sieht. Die Fische werden gerade in andere Becken umgesetzt und wir sahen den Transport eines Hais, der von einem Filmteam begleitet wurde. Auf dem Dach des Ozeaneums leben einige Humboldt-Pinguine, denen das Schietwetter nichts ausmachte.

Viel netter fanden wir heute das Meeresmuseum mit den Meeresschildkröten. Nicht so überlaufen und viel entspannter. Und das Museum ist in einer umgebauten Kirche und das macht es nochmal interessanter. Es sind zwei Zwischendecken eingezogen und man kommt bis unters Kirchendach.

Ansonsten machen wir weiterhin Fischdiät und testen die örtlichen Restaurants. Und natürlich eine der ältesten Hafenkneipen Deutschlands. Zur Fähre gibt es seit 1332 und zu unserem Glück ist sie nur eine Minute von unserer Pension entfernt. Das schafft man auch ohne Regenschirm. Morgen fahren wir noch für einen Tag nach Berlin, dann ist der Kurzurlaub auch schon wieder rum. Aber wir planen schon wieder :-)

Stralsund

Erste Reise 2018. Diesmal sind wir mit dem Zug unterwegs, nach dem Camping unsere zweitliebste Reiseart. Da beginnt die Entspannung schon am ersten Bahnhof. Den Jahreswechsel erlebten wir in Schwerin, und trotz des Regens konnten wir uns die Stadt und das Schloss angucken. Einen Tag machten wir einen Ausflug nach Wismar. An Neujahr ging es dann über Rostock nach Stralsund, und hier lassen wir jetzt vier Tage die Seele baumeln.

Amecameca

Nach drei Tagen in Mexiko-Stadt brauchten wir heute mal etwas Natur um uns rum. Da wir hofften, doch noch einen Blick auf den Popocatépetl erhaschen zu können, sind wir mit dem Bus nach Amecameca gefahren. Die Webcam dort verhieß nichts Gutes, aber wir hofften auf unser Glück und einen aufreißenden Himmel.

Nach eineinhalb Stunden Fahrt empfingen uns tief hängende Wolken und ein Ort, der heute nicht mit Besuchern gerechnet hat. Was am Wochenende wie am Schnürchen klappt, nämlich der Transport zu den Vulkanen, war für heute nicht geplant. Wir beschäftigten drei Leute der Touristeninformation. Wir suchten nach einer Möglichkeit, zum Paso de Cortes zu fahren, um wenigstens etwas in Vulkannähe zu wandern. Am Ende bot sich ein 73-jähriger Rentner an, mit uns hinzufahren. Aber um 14 Uhr müsse er zurücksein, wichtiger Termin. Klar, Mittagessen. Als er dann sein Auto holte, brachte er noch einen Kumpel mit. So fuhren die beiden Opis mit uns auf 3700 Meter zum Paso de Cortes. Das ist die niedrigste Stelle zwischen den beiden Vulkanen, die schon Hernan Cortes 1519 bei der Eroberung des Aztekenreichs nutzte. Das Glück war uns nicht hold, es blieb bewölkt und wir haben keinen Vulkan gesehen. Dafür sind wir da oben eine Stunde gelaufen und die beiden haben uns nett unterhalten. Wir mussten natürlich unser Tempo etwas drosseln, aber bei der dünnen Luft war das vielleicht ganz gut.

Im Ort ist vom Erdbeben die Kirche am meisten beschädigt. Ein Turm ist halb abgefallen und der Glockenturm ist kurz vor dem Zusammenbruch. 

Nicht der tollste Urlaubstag, aber da wir in Mexiko-Stadt im Laufe der letzten Jahre alles Sehenswerte angeguckt haben, war das für unseren letzten Tag hier doch die beste Option. Aber halt, ein Taxifahrer erwähnte da ja noch ein Museum. Nein, da waren wir noch nicht. Aber naja, wir kommen ja sicher wieder… Hasta luego!

Bildungsministerium

Das Secretaria de Education Pública (SEP) ist in einem ehemaligen Dominikanerkloster untergebracht. Wie in vielen anderen öffentlichen Einrichtungen gibt es hier tolle Wandgemälde, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Man darf sich von den bewaffneten Türstehern nicht abschrecken lassen. Wenn man sagt, man würde gerne die Murales sehen, wird man freundlich eingelassen. Eintragung ins Gästebuch, Sicherheitskontrolle und man kann sich frei bewegen. Hier im Ministerium stehen die meisten Bürotüren offen, es ist ein freundliches Miteinander – so zumindest unser Eindruck. Aber deswegen waren wir ja nicht hier. Auf drei Etagen sind komplett alle Wände bemalt, davon fast alle von Diego Rivera. 1921 bis 1928 hat er das Ministerium verschönert. Im Erdgeschoss das berühmteste Bild ist Dia de los Muertos, im ersten Stock sind die Wissenschaften (passend zum Ministerium) und Wappen dargestellt, in der zweiten Etage stellt er im Uhrzeigersinn den Prozess der Revolution dar. Für uns wird Rivera immer mehr zum Mal-Monster. Wir haben jetzt schon so viele seiner Murales gesehen, unglaublich produktiv war der Mann.
Wir wollten ja diesmal in der Stadt nicht so viel laufen, aber es sind doch täglich rund 15 Kilometer. Und immer wieder sehen wir vom Erdbeben beschädigte Häuser, auch öffentliche Gebäude (wie der Palacio Bellas Artes) sind oft gesperrt, bis ein Gutachten zur Sicherheit erstellt ist. In all dem Trubel im historischen Zentrum haben wir ein wunderschönes Café entdeckt, ruhig und nett dekoriert. Mit Tosita waren wir später zum Mittagessen in ihrem Stammlokal. Und danach ging es mit dem Metrobus zurück ins Hotel. Genug gelaufen für heute. Hasta mañana!