Museo Andes 1972

In der Altstadt von Montevideo ist das Museum zu dem Flugzeugabsturz von 1972. Als Einführung wird ein 15-minütiger Film gezeigt, der die Geschehnisse zusammenfasst. Viele Fotos erklären den Absturz, den Ort der Katastrophe und den Ablauf der Suche bzw. den Kampf ums Überleben. Auf einer Zeittafel stehen die Ereignisse von jedem Tag. Faszinierend, wie diese Gruppe erst auf Rettung wartete, sich aber dann organisierte, um in der Kälte zu überleben. Wasser musste gewonnen werden, aus den Bezügen der Flugzeugsitze wurde Kleidung zum Schutz vor der Kälte genäht und Sonnenbrillen gebastelt. Es wurden Geburtstage gefeiert und immer wieder musste man Abschied nehmen, wenn weitere Freunde verstarben. Es wurden Gruppen gebildet, die Expeditionen starteten, um Hilfe zu holen.

Es gibt viele Sachen ausgestellt, die später an der Absturzstelle gefunden oder von den Überlebenden zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt einige Briefe zu lesen, die Verunglückte während der Zeit in 4000 m Höhe an ihre Familie geschrieben haben.

Der Museumsleiter, der perfekt deutsch spricht, hat uns viele Details erklärt. Dieser Flugzeugabsturz und das Überleben dieser kleinen Gruppe nach 72 Tagen in Eis und Schnee macht auch heute noch vielen Menschen Mut, niemals aufzugeben. Never give up.

In der Geschichte des Unglücks taucht immer wieder die Zahl 13 auf. An einem 13. abgestürzt, Flugnummer 571 gibt die Quersumme 13. Im Museum ist eine Tafel, auf der die vielen Besonderheiten mit der Zahl 13 aufgeführt sind. Beim Eintrag ins Gästebuch fiel uns beim Datum dann auf: 10.12.18=13

Danach machten wir noch einen Rundgang durch die Stadt, heute war dann auch mehr los und die Geschäfte hatten auf. Der Markt am Hafen, der überall zum Mittagessen empfohlen wird, ist eigentlich kein richtiger Markt. In der Markthalle ist ein Restaurant am anderen und auf riesigen Feuerstellen werden Fleischberge gegrillt. Wir zogen dann ein Restaurant außerhalb des Marktes vor und aßen Fisch.

Montevideo

Schon aus der Luft konnten wir gestern sehen, dass in Montevideo sehr viel Grün ist. In den Straßen stehen viele Bäume und spenden den nötigen Schatten. Hier ist es wieder viel wärmer als in Chile und morgens um 5 Uhr ist es schon hell. Das stört die feiernden Nachteulen nicht, die haben die gestrige Vorkarnevalsfeier bis 7 Uhr durchgezogen. Musizierende, maskierte, trommelnde Gruppen waren auf Wagen durch die Innenstadt unterwegs. Da wundert es nicht, dass hier heute vor 11 Uhr kaum jemand auf der Straße war. Selbst der Hafenmarkt macht erst um 10 Uhr auf.

So sind wir nach einem Rundgang dann in ein Taxi gestiegen und haben einen Ausflug an den Strand Playa Pocitos gemacht, aber es fehlte uns dort eine nette Strandbar. Für uns selbstverständlich und sonst scheint es niemand zu vermissen. Und es gibt tatsächlich noch Leute, die sich in die knallende Sonne legen und brutzeln. Die anderen sitzen an der Promenade, haben ihre Thermoskanne mit heißem Wasser dabei und zelebrieren ihren Mate-Tee. So hat halt jedes Völkchen seine Eigenheiten. In Chile zum Beispiel werden die Brötchen gewogen, sind ja auch unterschiedlich groß. Muss man ja wissen. Mit der Währung ist es auch schwierig, leider haben alle drei von uns bereisten Länder als Währung Pesos. Wir werden mit der Umrechnerei fast verrückt. Wieviel ist das jetzt? Waren jetzt 40 ein Euro oder 28? Ein Hoch auf die Kreditkarte.

Uruguay

Nachdem wir letzten Montag die Anden per Bus überquert haben, sind wir heute nochmal drüber geflogen.

Von dem ganzen Chaos wegen der Maria Empfängnis Wallfahrt war heute in Santiago nichts mehr zu spüren. Es ist Feiertag, die Geschäfte hatten zu und es war heute nach dem Frühstück recht angenehm, durch die Stadt zu laufen. Natürlich rüsteten sich alle mobilen Verkäufer für die große Veranstaltung am Plaza de Armas, aber wir waren mittags dann schon fort.

Am Flughafen merkte man schon, dass jetzt die Urlaubssaison beginnt. Auch unser Flieger war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Knapp zwei Stunden dauerte der Flug, und trotz Bewölkung konnten wir toll auf die Anden blicken. Man denkt doch dauernd an den Flugzeugabsturz von 1972, als 16 Uruguayer in den Anden nur überlebten, weil sie andere Flugzeuginsassen gegessen haben. Der Film war klasse, und vielleicht gucken wir uns hier auch noch das Museum dazu an.

Hier am Flughafen Montevideo ist die Immigration voll automatisiert. Pass auflegen, Flugnummer auswählen, Foto und fertig. Dann ging es mit dem Bus ins Zentrum, mit dem Taxi ins Hotel und zu Fuß in ein Restaurant. Pünktlich zum Sonnenuntergang Blick aufs Meer, Essen und ein Getränk. Was will man mehr? Morgen dann mehr.

La Virgen de Lo Vásques

Morgens haben wir in Valparaiso noch den Cerro Bellavista erklommen. Naja, per Aufzug erfahren. Dort ist das Museo a Cielo Abierto. Ein Freilichtmuseum für 20 große Gemälde an den Häusern, gemalt zwischen 1969 und 1973 von Kunststudenten. Eine tolle Ecke. Bis auf den Geruch. Mittags fuhren wir weiter in die Hauptstadt.

Maria Empfängnis ist ein Hochfest der katholischen Kirche und wird auch in Chile groß gefeiert. Im Heiligtum der Jungfrau von Lo Vásques wird zwei Tage gefeiert. Der Wallfahrtsort liegt zwischen Valparaiso und Santiago de Chile direkt an der Autobahn. Das war auch unser Problem. Eigentlich wollten wir morgen erst nach Santiago fahren, aber ab Freitagnachmittag um 16 Uhr ist die Autobahn komplett gesperrt. Nur Wallfahrer kommen durch. Und die haben wir aus dem Bus raus schon heute massig gesehen. Beladen mit Zelten und Schlafsäcken gingen sie auf dem Standstreifen der Autobahn Richtung Wallfahrtsort.

In Santiago gab es dann kaum ein Taxi zu bekommen. Eine Region im Ausnahmezustand. Der eigentliche Feiertag ist erst morgen, aber schon heute bricht hier alles zusammen.

In Santiago konnten wir heute vom Hotel aus schon einen schönen Rundgang machen. Vielleicht kaufen wir hier auch noch etwas Weihnachtsdeko. Es gibt so schöne aufblasbare Weihnachtsmänner. Auf dem Cerro Santa Lucia kann man hervorragend eine Runde laufen und hat tolle Blicke auf die Stadt. Die Sicht auf die Berge war nicht ganz so gut, insgesamt ein diesiger Tag. Die Treppen nach oben waren zum Teil abenteuerlich und fast klettersteigmäßig.

Und endlich konnten wir das Nationalgetränk Pisco Sour probieren. Hochprozentig ganz bestimmt. Einer reicht dann auch.

 

 

 

Cerro Artilleria

Heute war ein weiterer Rundgang durch die Stadt dran, unter anderem zum Cerro Artilleria.

Mit dem Aufzug geht es bequem auf den Hügel, von dem man den besten Blick auf Stadt und Hafen hat. Das blaue Haus der vier Winde, ist sicher das mit am meisten fotografierte Haus in Valparaiso. Es liegt wunderschön über der Stadt und beherbergt Hotel und Restaurant. Auf dem Hügel sind natürlich viele Souvenirstände, denn jeder Tourist kommt hier hoch. Das Marinemuseum ist hier auch zu besichtigen.

Der Gang wieder runter ist sehr schön, kleine Gassen ohne Autoverkehr. Dafür aber viel Hundekacke auf den Bürgersteigen, man muss tierisch aufpassen. Unten erwartet einen dann wieder die hektische Betriebsamkeit der Stadt. Im Restaurant Porto Viejo, alter Hafen, haben wir ein hervorragendes Tagesmenü gegessen. Später gucken wir nochmal am Strand und morgen geht die Fahrt weiter in die Hauptstadt. Erdbeben gab es übrigens keins mehr, ist alles wieder ruhig.

 

 

 

Strandtag

Valparaiso selbst hat keinen schönen Strand, also haben wir uns heute in einen Bus gesetzt und wollten an einen der weiter nördlich gelegenen Strände fahren. Da das Busfahren hier innerorts sehr abenteuerlich ist, sind wir nicht wirklich weit gekommen. Ohne Reisetablette wird es halt schwierig für einen von uns. Zwischen Viña del Mar und Reñaca mussten wir aussteigen. Auch gut. Immerhin gab es offene Strandbars, und wir konnten uns in einer davon niederlassen.

Die Wellen sind hier sehr hoch, die Strömung ist sehr stark und das Wasser sehr kalt. Also weht eine sehr rote Fahne am Strand. Aber wir wollten ja eh nicht baden, hatten auch keine Badeklamotten mit. Dafür ein Buch, und der Blick auf das Meer und die Wellen reicht uns.

Als wir zurück in unsere Wohnanlage kamen, bat uns der Concièrge, den Aufzug in der nächsten halben Stunde zur Sicherheit nicht zu benutzen. Wieso? Wegen des Erdbebens, haben Sie nichts gemerkt? NEIN, HATTEN WIR NICHT!!! Wir saßen zu der Zeit im Untergrund an der Metrostation. In der Wohnung lagen dann ein paar Sachen am Boden, die vorher auf dem Schrank oder im Regal gestanden haben. Keine weiteren Schäden. Hoffentlich bleibt es so.

Heute Abend sitzen wir schön auf dem Balkon, haben gekocht und trinken chilenischen Wein. Salud!