Tag der offenen Tür bei der Diakonie Gelnhausen

Kleiner dienstlicher Abstecher, immerhin bin ich im Februar nächsten Jahres 25 Jahre im Dienst der Diakonie :lol: 

Am 25. Mai 2019 findet bei der Diakonischen Pflege in Gelnhausen ein Tag der offenen Tür statt. Patienten, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen – es gibt auch Kaffee und Kuchen. Im Promovideo unten gehören wir zu den Hauptdarstellern!

Achso, übermorgen geht dann der Urlaub los :sunglasses: , dann gibt’s hier wieder mehr zu lesen.

Wieder daheim

Mal wieder ist ein Urlaub zu Ende. Vier Wochen, drei Länder, zwei Inlandsflüge, ein toller Urlaub. Etliche Busfahrten und mindestens genauso viele Reisetabletten haben uns durch die Länder gebracht.

Trotz der vielen Busfahrten sind wir auf eine durchschnittliche Laufleistung von 12,22 Kilometern pro Tag gekommen, unsere Schuhe sind auch dementsprechend abgelaufen. Die verbrauchten Kalorien haben wir in der Regel sofort wieder zugeführt, meist in Form von Rindersteak. Argentinien ist da echt der Hammer. Das kleinste Steak auf der Speisekarte hat 400 Gramm, nach oben gibt es keine Grenze. Aber es ist nicht so, dass man dann einen Rinderbraten auf dem Teller hat, man bekommt halt auch mal zwei Stücke. Bei all den Restaurants sind wir mit den Steaks nie reingefallen. Zartes Fleisch, auf den Punkt gegart – toll. Die Küche ansonsten ist nicht so der Renner. Man bekommt aber immer das, was auf der Karte steht. Bei Nudeln mit Soße und Huhn zum Beispiel erwartete ich Nudeln mit einer Soße mit Hühnchenstücken drin. Ich bekam dann Nudeln mit Fleischsoße (eigentlich Gulasch) und obendrauf lag ein halbes Hähnchen. Stand ja auch so in der Karte… Ich hatte nur andere Vorstellungen,  mein Pech.

Die Küche in Chile ist fast genauso, nur backen die Chilenen noch überall ein Spiegelei drauf. Und das Preisniveau ist deutlich höher, etwa wie bei uns in Deutschland. Dafür halten die Chilenen an Zebrastreifen für Fußgänger an, was die Argentinier wohl niemals tun würden. Bei unserem zweiten Buenos Aires Aufenthalt wurden wir fast auf dem Zebrastreifen überfahren, weil wir uns in Chile und Urugay daran gewöhnt hatten, dass die Autos anhalten. Ging nochmal gut.

Das Frühstück ist in allen drei Ländern spät, spartanisch und süß. Kaffee und süße Hörnchen, wenn man Glück hat, gibt’s noch Orangensaft und Toastbrot. Abendessen ab 20 Uhr ist auch die Regel. Am Ende hatten wir uns auch daran gewöhnt. Zum Glück haben wir ja immer unseren Wasserkocher dabei, damit wir morgens um 7 Uhr wenigstens einen Kaffee haben.

Jetzt haben wir einen kleinen Einblick in das Leben dieser Länder bekommen, viele Gemeinsamkeiten und viele Unterschiede festgestellt. Wir haben tolle Landschaften im Norden Argentiniens gesehen und hätten dort gerne mehr Zeit verbracht. Aber irgendwie muss man auch planen, kann nicht immer auf gutes Wetter warten und: Man kann eben nicht die ganze Welt sehen. Leider.

Jetzt heißt es wieder: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Mal sehen, wohin die Reise geht…

 

Spreewald ohne Gurken

35 Kilometer von Buenos Aires entfernt liegt das Delta el Tigre. Bequem mit dem Zug zu erreichen. Langsam zu erreichen, denn der Zug braucht für die Strecke fast eine Stunde. In Tigre angekommen liegen direkt in der Nähe vom Bahnhof am Flussufer die ganzen Boote. Man kann zwar auch eine Touristen-Rundfahrt buchen, aber wir sind einfach mit dem Busboot zum Ort Tres Bocas gefahren. Auf den großen Flussarmen im Tigre Delta fahren die Linienboote, auf den kleineren dann nur die privaten Boote. Man kann auch Kanus mieten, aber heute an einem Mittwoch ist das Freizeitangebot hier eher gering. Ansonsten hat man wirklich das Gefühl, im Spreewald zu sein. Ein Spaziergang am Flussufer entlang, vorbei an kleinen Häuschen, die nur auf dem Wasserweg zu erreichen sind. Einige halb verfallen, andere super gepflegt mit Pool und frisch gemähtem Rasen.

Auf dem Wasser wartet man dauernd drauf, dass der Kapitän ans Ufer fährt und einen auf Krokodile aufmerksam macht. Man würde sie in dem braunen Wasser, das diese Farbe angeblich wegen des Eisens hat, auch nicht erkennen. Aber zum Glück gibt’s hier keine. Man hat aber das Gefühl, im Amazonas unterwegs zu sein. Die Rückfahrt von Tres Bocas gestaltete sich dann etwas schwieriger. Es war Schulschluss und die ganzen Boote waren als Schulboote unterwegs. Das hieß dann eineinhalb Stunden warten…

Zurück in Buenos Aires liefen wir durch die Stadt, entdeckten den Irish Pub des Ortes und gehen jetzt in ein schönes Restaurant.

Nachtrag: Restaurant war super. In Argentinien gibt es wirklich die weltbesten Steaks! Da darf man als Grillmeister auch stolz drauf sein.

Mit Papa Francisco nach Buenos Aires

Heute sind wir mit dem Schnellboot nach Buenos Aires gefahren. In zwei Stunden und 15 Minuten über den Rio de la Plata. Bequem von der Reisedauer, aber dreckige Fenster, dass man kaum rausgucken konnte. Beim Einsteigen bekommt jeder Überzieher für die Schuhe, damit der gute Teppichboden nicht beschmutzt wird. Es ist streng getrennt nach Touristen- und Business-Class, in jedem Bereich gibt es einen kleinen Kiosk für Snacks und Getränke. Natürlich gibt es auch einen Duty-free-Shop, schließlich startet man in Uruguay und landet in Argentinien. Nach einer Stunde Fahrt waren die Fenster sauber, es regnete. Und es wurde stürmisch. Das war dann auch das Ereignis auf der Fahrt, der Seegang. Empfehlenswert ist diese Variante mit Buquebus wegen der Reisedauer, das war’s aber auch. Keine Empfehlung für den Papst.

Zurück in Buenos Aires, wo unsere Reise vor dreieinhalb Wochen begann. Es regnet.

Museo Andes 1972

In der Altstadt von Montevideo ist das Museum zu dem Flugzeugabsturz von 1972. Als Einführung wird ein 15-minütiger Film gezeigt, der die Geschehnisse zusammenfasst. Viele Fotos erklären den Absturz, den Ort der Katastrophe und den Ablauf der Suche bzw. den Kampf ums Überleben. Auf einer Zeittafel stehen die Ereignisse von jedem Tag. Faszinierend, wie diese Gruppe erst auf Rettung wartete, sich aber dann organisierte, um in der Kälte zu überleben. Wasser musste gewonnen werden, aus den Bezügen der Flugzeugsitze wurde Kleidung zum Schutz vor der Kälte genäht und Sonnenbrillen gebastelt. Es wurden Geburtstage gefeiert und immer wieder musste man Abschied nehmen, wenn weitere Freunde verstarben. Es wurden Gruppen gebildet, die Expeditionen starteten, um Hilfe zu holen.

Es gibt viele Sachen ausgestellt, die später an der Absturzstelle gefunden oder von den Überlebenden zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt einige Briefe zu lesen, die Verunglückte während der Zeit in 4000 m Höhe an ihre Familie geschrieben haben.

Der Museumsleiter, der perfekt deutsch spricht, hat uns viele Details erklärt. Dieser Flugzeugabsturz und das Überleben dieser kleinen Gruppe nach 72 Tagen in Eis und Schnee macht auch heute noch vielen Menschen Mut, niemals aufzugeben. Never give up.

In der Geschichte des Unglücks taucht immer wieder die Zahl 13 auf. An einem 13. abgestürzt, Flugnummer 571 gibt die Quersumme 13. Im Museum ist eine Tafel, auf der die vielen Besonderheiten mit der Zahl 13 aufgeführt sind. Beim Eintrag ins Gästebuch fiel uns beim Datum dann auf: 10.12.18=13

Danach machten wir noch einen Rundgang durch die Stadt, heute war dann auch mehr los und die Geschäfte hatten auf. Der Markt am Hafen, der überall zum Mittagessen empfohlen wird, ist eigentlich kein richtiger Markt. In der Markthalle ist ein Restaurant am anderen und auf riesigen Feuerstellen werden Fleischberge gegrillt. Wir zogen dann ein Restaurant außerhalb des Marktes vor und aßen Fisch.

Montevideo

Schon aus der Luft konnten wir gestern sehen, dass in Montevideo sehr viel Grün ist. In den Straßen stehen viele Bäume und spenden den nötigen Schatten. Hier ist es wieder viel wärmer als in Chile und morgens um 5 Uhr ist es schon hell. Das stört die feiernden Nachteulen nicht, die haben die gestrige Vorkarnevalsfeier bis 7 Uhr durchgezogen. Musizierende, maskierte, trommelnde Gruppen waren auf Wagen durch die Innenstadt unterwegs. Da wundert es nicht, dass hier heute vor 11 Uhr kaum jemand auf der Straße war. Selbst der Hafenmarkt macht erst um 10 Uhr auf.

So sind wir nach einem Rundgang dann in ein Taxi gestiegen und haben einen Ausflug an den Strand Playa Pocitos gemacht, aber es fehlte uns dort eine nette Strandbar. Für uns selbstverständlich und sonst scheint es niemand zu vermissen. Und es gibt tatsächlich noch Leute, die sich in die knallende Sonne legen und brutzeln. Die anderen sitzen an der Promenade, haben ihre Thermoskanne mit heißem Wasser dabei und zelebrieren ihren Mate-Tee. So hat halt jedes Völkchen seine Eigenheiten. In Chile zum Beispiel werden die Brötchen gewogen, sind ja auch unterschiedlich groß. Muss man ja wissen. Mit der Währung ist es auch schwierig, leider haben alle drei von uns bereisten Länder als Währung Pesos. Wir werden mit der Umrechnerei fast verrückt. Wieviel ist das jetzt? Waren jetzt 40 ein Euro oder 28? Ein Hoch auf die Kreditkarte.