Nordspanien-Tour

Während die beiden Mädels durch Europa unterwegs sind, werden wir uns auf Nordspanien beschränken. Morgen fliegen wir nach Bilbao und werden eine Tour durch Asturien und Galicien unternehmen. Küste, Berge und das Endspiel der Fußball-EM am Sonntag. Zwei Deutsche in Spanien beim Spiel elf Deutscher gegen elf Spanier. Wir werden uns sicherlich ganz ruhig verhalten …

Den ersten Tag verbringen wir an der asturischen Küste und werden dann zwei Tage in den Picos de Europa wandern. Wir werden berichten.

Tag 1: Comillas

Sind wohl behalten und nach ruhigem Flug im Vizeeuropameisterland angekommen. Auto abgeholt, Sonnenbrille aufgezogen und los ging’s. Zwischendurch ein Menu del dia eingeworfen und dann in Comillas nahe Santander aufgeschlagen. Hier hatten wir ein Hostal vorreserviert. Den Nachmittag haben wir dann mit einem Strandspaziergang und Bummeln durch die Altstadt verbracht. Endstation war ein nettes Café-Plätzchen in der Sonne – denn ohne einen kleinen Sonnenbrand wollten wir den ersten Tag nicht abschließen. Kurz vorm Schlafengehen haben wir dann auf einem Plakat von der Fiesta zu Ehren von San Pedro gelesen: mit Feuer auf dem Marktplatz um 23 Uhr und dann ab 23.30 Uhr (!) Konzert mit einer Band (bis 3.30 Uhr laut Plakat und auf einer Riesenbühne). Wir nahmen beides mit und haben versucht, uns dem ungewohnten Lebensrhythmus der Spanier gleich am ersten Tag anzupassen. Bis ein Uhr nachts ist uns das gelungen.

Tag 2: Cangas de Onis (oder: !Campeones!)

Weiter ging’s Richtung Picos de Europa, zur „Bergtour“, bei der es nichts zu gewinnen und nichts zu verlieren gibt. Station haben wir gemacht in einem Örtchen namens Cangas de Onis. Keine Ahnung, was das bedeutet, ist aber sehr nett hier. Vormittags machten wir die erste kleine Wanderung durch eine Schlucht, bei der man sich keine Fehltritte erlauben darf (siehe Foto). Danach schauten wir uns die Sehenswürdigkeiten des Ortes an, von denen es im Grunde nur zwei gibt: Erstens die „Römische Brücke“, die zwar alt, aber nicht so alt ist. Romanische Brücke passt besser. Und dann eine kleine Kapelle, die über einem prähistorischen Dolmen erbaut ist. Der Abend stand dann im Zeichen des Fußball-EM-Finals zwischen Spanien und Deutschland. Wir haben uns in einer Kneipe mit großem Fernseher an die Theke geschlichen und dann versucht, das Spiel möglichst unauffällig zu verfolgen. Ist uns im Wesentlichen auch gelungen – es gab ja in Halbzeit zwei kaum noch Möglichkeiten zum Aufschreien fürs deutsche Lager. Doch war’s schön, die Spanier feiern zu sehen. In Sachen Autokorso haben sie zwar Nachholbedarf, dafür singen sie die „kleinen Alemanos“ von zehn bis null perfekt runter und spielen besser Torero mit vorbeifahrenden Autos. Gründe genug, uns dann leise nach Hause zu schleichen. Dafür machen wir jetzt im Europameisterland Urlaub – Olé!

 

Tag 3: Picos de Europa

 Für diesen Tag stand unsere Bergtour an. Leider war es oben stellenweise doch sehr neblig, darunter litt die Fernsicht und die Fotografierbereitschaft. Die geplante 7,5-stündige Gipfelbesteigung haben wir deshalb gegen eine 4-Stunden-Tour um zwei wunderschön gelegene Bergseen eingetauscht. Es war zwar nicht so anstrengend wie die Besteigung des Croagh Patrick im vergangenen Jahr in Irland, aber wir kamen trotzdem ganz schön ins Schwitzen. Auf dem Weg runter von den Bergen machten wir in Covadonga Station. Das ist ein kleiner Wallfahrtsort, er gilt als „Wiege“ der spanischen Nation. Vor hier aus hat einst Fürst Pelayo begonnen, die Mauren zurückzudrängen. Sein Grab liegt in einer Höhle in einer Felswand, wo er sich um 722 n. Chr. zurückgezogen haben soll. Daneben gibt es einen modernen Marienaltar und im Ort eine schöne, aber nicht so alte Basilika.