Mexiko-Sehnsucht

Es war nicht anders zu erwarten: die Mexiko-Sehnsucht muss gestillt werden!

Momentan laufen die sprachlichen Vorbereitungen an der Volkshochschule, die Routenplanungen an der Landkarte, und die Details werden am heimischen PC erarbeitet. Auf der To-do-Liste diesmal: Mexico-City, Oaxaca mit Pueblos Mancomunados, Yucatan mit Isla Mujeres.

Los geht’s nach Weihnachten!

Anreise

Nach 12 Stunden im Flieger, Gepäckkontrolle am Zoll (zum ersten Mal war die Ampel bei uns nach dem Knopfdruck nicht grün), ging es mit dem Taxi ins Hotel. Zum Glück hat das Hotel ein angeschlossenes Restaurant und wir mussten uns nicht noch irgendwo hin schleppen. 24 Stunden auf den Beinen…
Um vier war dann die Nacht rum und jetzt warten wir aufs Frühstück.
Wir werden drei Tage in Mexico City verbringen und ab heute gibt es dann hier wieder Berichte. Erstmal viele Grüße in die Heimat.
Anne und Oliver

Mexico City 1. Tag

Es ist so schön, morgens durch Mexico City zu laufen. Natürlich sind die Leute auf dem Weg zur Arbeit auch etwas hektisch. Aber anders als in Deutschland gehört ein Halt an der Taco-Bude und ein Schwätzchen dazu. Alles wirkt hier etwas träger. Die Menschen in Mexiko arbeiten mehr Stunden am Tag und mehr Tage im Jahr, aber vielleicht etwas weniger effektiv. Zwei arbeiten, einer hält ihnen den Rücken frei und passt auf…
Und wir entdecken auf unserem Weg durch die Stadt auch noch Neues. Wie zum Beispiel ganz tolle Gebäude: der Palacio Postal, die Hauptstelle der Post. Hier war noch eine Weihnachts-Aktion für Kinder und es turnten lauter als Wichtel Kostümierte rum.  Briefmarken konnte man auch kaufen, aber der Postbetrieb war doch eher gemäßigt.  Dann das Casa de los Azulejos (Haus der Kacheln), in dem jetzt ein beliebtes Restaurant ist. Mit einer langen Warteschlange bis auf die Straße. Und das noch nicht mal zur Essenszeit. Aber hier wird ja immer gegessen.
Im Zentrum ist alles noch weihnachtlich dekoriert und die Häuser sind geschmückt. Ein Stück Fußgängerzone wird mit Dekoschneemännern und Schneekanonen zum Winterwonderland. Der Zocalo, der Hauptplatz der Stadt, ist mit einer riesigen Eislaufbahn voll gestellt. Und das bei Temperaturen von nachmittags über 20 Grad. Der Schnee gehört auch hier zum Winter dazu, zur Not gibt‘s halt Eis und Schnee aus der Kanone. Bis zum Mittagessen mit Tosita waren wir schon 13 km gelaufen. Gutes Höhentraining.

Mexico City Tag 2

Heute sind wir gleich nach dem Frühstück mit dem Metrobus etwas nach Norden gefahren, damit wir nicht ganz so viel laufen. Der Metrobus ist unser Lieblings-Verkehrsmittel. Er fährt auf einer Extraspur die Insurgentes hoch und runter, kostet 6 Pesos (35 Cent) und fast jede Minute fährt ein Bus. Viel angenehmer als die Metro oder die normalen Busse.
Erstes Ziel war das Monumento a la Revolución, ein Bauwerk aus den 1930ern, wo unter den Pfeilern die sterblichen Überreste mexikanischer Revolutionäre liegen. Das Monumento steht auf einem großen Platz, auf dem Britney Spears 2011 ein Konzert vor 100.000 Menschen gegeben hat. Heute Morgen waren dort etwa 10.
Danach ging es Richtung Zentrum. Ziel: alte Steine. Der Templo Mayor war der wichtigste und größte Tempel der aztekischen Hauptstadt Tenochitlán, des heutigen Mexiko Stadt. Von den Spaniern zerstört, zugeschüttet und bei späteren Bauarbeiten wiederentdeckt. Mitten im Centro historico, fast direkt neben der Kathedrale, ist inzwischen ein Großteil wieder ausgegraben und restauriert. Erstaunlich was Menschen zu der Zeit schaffen konnten und wie langlebig die Farben sind. Im angeschlossenen Museum sieht man ein Modell, wie die Anlage ausgesehen hat und viele Ausgrabungsstücke. Zum Teil ganz verrückte Figuren, zum Beispiel die des Totengotts mit heraushängender Leber.
Eigentliches Ziel war für uns der Nationalpalast, der bei unserem letztjährigen Besuch komplett geschlossen war. Heute konnten wir dann endlich rein, um das Wandgemälde von Diego Rivera anzusehen, auf dem er die Geschichte Mexikos darstellt. Beeindruckend ist untertrieben. Einen kleinen Eindruck vermitteln vielleicht unsere Fotos.
Das mit dem weniger laufen ist uns gelungen. Heute waren es nur 10,5 km. Jetzt reicht es auch mit den Menschenmassen der Hauptstadt. Morgen geht’s weiter.