Tag 7: Auf Steinsuche

Was macht man in Galicien, wenn es morgens schon Bindfäden regnet? Man zeigt kulturelles Interesse. Wir haben uns nach dem Blick aus dem Fenster für eine Fahrt durchs Landesinnere entschieden, sind bei kleinen Castillos und Iglesias vorbeigekommen und schließlich auf die „Ruta dos Dolmens“ abgebogen. Das ist eine nicht besonders kräftig vermarktete, aber gut beschilderte (Auto-)Route zu sieben Megalithbauten (ca. 4.000 bis 2000 v. Chr.). Jeweils vor Ort mussten wir abseits der Straßen die großen Steine suchen. Hat Spaß gemacht, auch wenn wir nachher stellenweise nass bis auf die Haut waren. Und was macht man in Galicien, wenn es auch nachmittags noch regnet? Siesta – ohne Fotobeweis.

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Tag 8: von Muxia nach Camarinas

Heute konnten wir uns die Kirche von Muxia endlich mal von innen ansehen. An der Decke hängen überall Schiffsminiaturen, die Fischer, die aus Seenot gerettet wurden aus Dankbarkeit gespendet haben.

Den Vormittag verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein in einer kleinen Bucht bei Muxia.

Nachmittags wollten wir einen Ausflug nach Camarinas machen. Den Ort liegt gegenüber von Muxia, ist über die Straße aber erst nach 25 km zu erreichen. Auf dem Weg liegt Ponte do Porto, wo gerade ein riesiges Fest stattfand. Wie schon in Comillas war eine riesige Bühne aufgebaut und eine Showband sorgte für Stimmung. Die Leute hatten sich alle schön fein gemacht und genossen ihre Fiesta.

In Camarinas fuhren wir raus zum Leuchtturm. Danach wollten wir das Sardinenfest im Hafen besuchen, aber nachdem wir zwei Stunden die Vorbereitungen begutachtet hatten, beschlossen wir, lieber doch zu dem Fest nach Ponte zu fahren. 19 Uhr zurück in Ponte: Kein Fest mehr, alle am abbauen. Da wird ein Vergnügungspark und eine gigantische Bühne in den Ort geholt und das Fest geht nur nachmittags.

Also zurück nach Muxia und ein Bierchen in gewohnter Umgebung getrunken. Beim Warten auf den Sonnenuntergang mussten wir uns dann etwas beschäftigen.

Heute fahren wir weiter nach Santiago de Compostela.

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Tag 9: Santiago de Compostela

Nach Bergen und Meer kommt jetzt die Stadt dran: zwei Tage Santiago de Compostela. Unser erster Rundgang durch die überschaubare und deswegen gut zu Fuß zu erkundende Innenstadt (ist ja auch durchweg Fußgängerzone!) führte natürlich zur Kathedrale. Beeindruckend, auch wenn das Portal la Gloria mit seinen über 200 Heiligenfiguren gerade zwecks Erhaltung von einem Baugerüst verdeckt wird. Wir sind auch am Sarg des Apostels Santiago (Jakob) unter dem Hochaltar vorbei gepilgert, auf den Kuss seines Mantels haben wir dann aber verzichtet. Die Zahl der Pilger auf dem Vorplatz hätten wir höher eingeschätzt. Und von vielen sehen Schuhe und Hosen noch so aus, als hätten sie keine hundert Kilometer zurückgelegt. Neben der Kathedrale, weiteren kleinen Kirchen und seinen engen Altstadtgassen überzeugt uns Santiago vor allem mit seinen kleinen Plätzchen, die meist ein Café haben, wo einige Stühle in der Sonne einladen. Am Nachmittag und Abend haben wir davon reichlich Gebrauch gemacht, während die Spanier innen saßen, um das Wimbledon-Finale zu schauen.

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Tag 10: Über Gargantas do Sil und Las Medulas nach Ponferrada

Wir haben morgens Santiago de Compostela über die Autobahn verlassen und sind dann bei Ourense auf eine kleine, weil landschaftlich schöne Nebenstraße abgebogen. Rund 100 Kilometer ging es auf und ab, sehr kurvig und teils in Serpentinen die Gargantas do Sil entlang. Das ist ein ziemlich tiefer Canyon, der das aufgestaute Flüsschen Sil führt. Immer wieder gab es Atem beraubende Ausblicke hinunter. Danach haben wir auf dem Weg zu unserem Tagesziel Ponferrada in Kastilien-Leon noch Las Medulas besucht, ein Gold-Minen-Gebiet aus römischer Zeit. In dem mehrere Quadratkilometer großen Areal sollen Zehntausende Sklaven gearbeitet haben. Um das Edelmetall aus dem orangefarben leuchtenden Gestein zu graben, haben die Römer die Hügel geflutet, bis sie auseinander brachen. Heute übrig geblieben ist eine zerklüftete Landschaft (auch Unesco-Weltkulturerbe), die einen ans Canyonland im Südwesten der USA erinnert. Auf einem kleinen Pfad kann man das Gebiet ablaufen. In Ponferrada schließlich haben wir abends noch das städtische Schmuckstück angeschaut: eine Templerburg, die ab dem 12. Jahrhundert errichtet wurde, um den Jakobsweg zu sichern. Nachfolgend die schönsten Motive eines schönen Tages.

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Tag 11: Astorga und León

Heute haben wir römische Stadtmauern und Kathedralen besichtigt. Jeweils zwei Mal. Doch natürlich sind die Städte Astorga und León, zirka 50 Kilometer auseinander in Kastilien-León, nicht identisch. Zum Beispiel ist Astorga kleiner und León hat die beeindruckendere Kathedrale. Wir haben es genossen, die eine Stadtschönheit morgens, die andere am Nachmittag und Abend zu erkunden. Beides geht ganz erholsam, denn die inneren Altstadtregionen sind jeweils mehrere Quadratkilometer große Fußgängerzonen. Außerdem gibt es vor allem in León viele Wifi-Zonen, damit Anne mal schnell mit ihrem Handcomputer E-Mails abrufen und ins Internet kann. Höhepunkt war die Kathedrale in León, die mit ihrer frühgotischen (aus dem Reiseführer abgeschrieben) Fassade sehr der Schwester Notre Dame in Paris ähnelt. Auch unsere tägliche Großmahlzeit, das hier überall erhältliche „Menu del dia“, haben wir mit Blick auf die Kathedrale eingenommen. Und der Tipp aus dem Internet hat sich bewahrheitet: Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch waren wirklich erste Sahne. Wen’s interessiert: 13 Euro pro Person. Eine wahre Pracht ist auch der Blick von innen auf die fantastischen Buntglasfenster der Kathedrale. Die Fensterfläche scheint größer als die der Steine. Morgen wollen wir uns noch einmal nach Asturien begeben, um hoffentlich bei weiterem Sonnenschein die Gipfel der Picos de Europa zu erblicken.

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Tag 12: San Vicente de la Barquera

Heute sind wir durch die Berge Asturiens wieder an die kantabrische Küste gefahren. Die Fahrt über Berg und durch Tal war beeindruckend, manche Laster verreckten an der langen Steigung.

Dieser Teil des Jakobsweges wird wohl von Pilgern seltener genutzt, denn wir sahen hier – im Gegensatz zur Fahrt zwischen Santiago und Leon – keinen. Naja einen, aber der wanderte in die verkehrte Richtung.

Haben jetzt für die letzten zwei Nächte (ja, Urlaub ist dann schon rum) unsere Zelte in San Vicente de la Barquera aufgeschlagen. Der Ort liegt an der Flussmündung des Rio Escudo. Zum ersten Mal haben wir sogar einen Balkon, in Spanien findet das Leben eher auf den Straßen als auf privaten Balkons, Terrassen oder in Gärten statt. Wir gucken direkt auf den Hafen und haben nachmittags in einem netten Lokal oberhalb der Bucht gesessen.

Mal sehen, was der Ort abends zu bieten hat.

 

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