Frida Kahlo, …

…Diego Rivera, taxistas y mas.

Unser Morgenspaziergang führte uns heute nach Coyoacán, einen schmucken Stadtteil von Mexiko. Hier sind hübsche ein- und zweigeschossige Häuser, herausgeputzte Höfe und Hauseingänge und das Casa Azul (blaues Haus), das Geburtshaus von Frida Kahlo. Inzwischen Museum der bedeutendsten mexikanischen Malerin. Fast jeder Besucher von Mexiko-Stadt will in dieses Museum. Ein Drittel ihrer Gemälde sind angeblich Selbstbildnisse gewesen und hier auch ein Großteil der ausgestellten Bilder (auf unseren Fotos ist irgendwie keins). Das Haus besteht aus mehreren Gebäuden und in der Mitte ist ein schöner Garten angelegt. Frida Kahlo lebte mit ihrem Mann Diego Rivera mehrere Jahre hier und so finden sich natürlich auch ein paar Riveras in der Ausstellung.

Von Diego Rivera haben wir in Mexiko schon viele tolle Wandgemälde bewundert, zum Beispiel im Nationalpalast und im Palacio Bellas Artes. So lag es nahe, dass wir im Anschluss noch das Museum Anahuacalli besuchten, das die Sammlung präkolumbianischer Kunst von Rivera präsentiert. Neben all seiner Malerei hat er 50.000 Objekte gesammelt. Er plante das Gebäude als Wohnhaus und zur Unterbringung für seine Sammlung. Als Rivera 1957 starb, befand sich das einer Pyramide nachempfundene Gebäude aus schwarzem Vulkangestein noch im Bau. Die Sammlung ist gigantisch und umfasst Werke aller präkolumbianischen Kulturen Mexikos. Im Obergeschoss sind einige Vorlagen zu großflächigen Zeichnungen Riveras ausgestellt. Vom Dach hat man bei gutem Wetter Blick auf die Vulkane, aber das war uns heute nicht vergönnt.

Im strömenden Regen sind wir dann über den Samstagsmarkt in San Ángel gelaufen. Nach der amüsanten Taxifahrt gestern, bei der der Fahrer uns noch Kaffee verkauft hat, war die Taxifahrt heute nicht ganz so lustig. Der Fahrer hatte es sehr eilig, machte mal eben eine zusätzliche Spur auf und fuhr hupend bei rot über die Kreuzung. Wir haben es überlebt.

Nach einem Mittagessen mit Tosita wollte sie uns durch das vom Erdbeben betroffene Viertel Colonia Roma führen. Sie meinte, wir sollten wissen und weitergeben, dass die schlimmen Bilder wahr sind. Und es sind nicht nur die eingestürzten Häuser, die einen betroffen machen. Es ist das Wissen der Schicksale, die dahinter stehen. Die vielen Menschen, die wirklich alles verloren haben und kein Dach mehr über dem Kopf haben. Überall sind Sammelstellen für Hilfsmittel und Zelte aufgestellt. Und es sind noch etliche Häuser, die unbewohnbar und gesperrt sind. Es sollen mehr als 400 sein. Wenn man den Eingangsbereich zu dem Gebäude sieht, in dem Tosita ihre Praxis hat, wird einem schon ganz anders. Das ganze Viertel wirkt wie betäubt, Straßen sind gesperrt und es ist beängstigend still. Gar nicht wie Mexiko.

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