Tag 13: Wanderung mit den Lachsen

Trotz Temperaturabfall von gestern 30 auf heute 21 Grad und Wolkeninvasion haben wir die Wandersandalen anbehalten! Die Gipfel der Picos warten wegen schlechten Wetters zwar weiter auf uns, aber stattdessen haben wir den wandernden Lachsen im Rio Cares einen Besuch abgestattet. Der Fluss zieht in einer tiefen Schlucht von den Picos Richtung Meer, auf den Seiten gibt es schmale Wanderpfade, Coto Salmonera genannt. Natürlich muss man erst mit dem Auto hinfahren. Tatsächlich haben wir auch jede Menge Lachse gesehen. Danach haben wir in einer unscheinbaren Kneipe in einem tristen Bergdorf eines der günstigsten, aber besten Menus del dia gegessen. Die Chefin der Bar Fabiola in Panes ist Brasilianerin, wie wir erfuhren. Man konnte ihr Spanisch gut verstehen, deshalb fragten wir.

Den Rest des Tages sind wir am Hafen, am Strand und im Ort entlang gebummelt und haben uns bei Marias Netz bedient. Da der Internetzugang im Hotel nicht funktioniert, kam es gelegen, dass eine Nachbarin ihren Router nicht verschlüsselt hat.

Hier noch ein Audiofile von gestern in einer Kneipe. Fast wie in Mexiko.

Kneipenstimmung

 

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Tag 12: San Vicente de la Barquera

Heute sind wir durch die Berge Asturiens wieder an die kantabrische Küste gefahren. Die Fahrt über Berg und durch Tal war beeindruckend, manche Laster verreckten an der langen Steigung.

Dieser Teil des Jakobsweges wird wohl von Pilgern seltener genutzt, denn wir sahen hier – im Gegensatz zur Fahrt zwischen Santiago und Leon – keinen. Naja einen, aber der wanderte in die verkehrte Richtung.

Haben jetzt für die letzten zwei Nächte (ja, Urlaub ist dann schon rum) unsere Zelte in San Vicente de la Barquera aufgeschlagen. Der Ort liegt an der Flussmündung des Rio Escudo. Zum ersten Mal haben wir sogar einen Balkon, in Spanien findet das Leben eher auf den Straßen als auf privaten Balkons, Terrassen oder in Gärten statt. Wir gucken direkt auf den Hafen und haben nachmittags in einem netten Lokal oberhalb der Bucht gesessen.

Mal sehen, was der Ort abends zu bieten hat.

 

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Tag 11: Astorga und León

Heute haben wir römische Stadtmauern und Kathedralen besichtigt. Jeweils zwei Mal. Doch natürlich sind die Städte Astorga und León, zirka 50 Kilometer auseinander in Kastilien-León, nicht identisch. Zum Beispiel ist Astorga kleiner und León hat die beeindruckendere Kathedrale. Wir haben es genossen, die eine Stadtschönheit morgens, die andere am Nachmittag und Abend zu erkunden. Beides geht ganz erholsam, denn die inneren Altstadtregionen sind jeweils mehrere Quadratkilometer große Fußgängerzonen. Außerdem gibt es vor allem in León viele Wifi-Zonen, damit Anne mal schnell mit ihrem Handcomputer E-Mails abrufen und ins Internet kann. Höhepunkt war die Kathedrale in León, die mit ihrer frühgotischen (aus dem Reiseführer abgeschrieben) Fassade sehr der Schwester Notre Dame in Paris ähnelt. Auch unsere tägliche Großmahlzeit, das hier überall erhältliche „Menu del dia“, haben wir mit Blick auf die Kathedrale eingenommen. Und der Tipp aus dem Internet hat sich bewahrheitet: Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch waren wirklich erste Sahne. Wen’s interessiert: 13 Euro pro Person. Eine wahre Pracht ist auch der Blick von innen auf die fantastischen Buntglasfenster der Kathedrale. Die Fensterfläche scheint größer als die der Steine. Morgen wollen wir uns noch einmal nach Asturien begeben, um hoffentlich bei weiterem Sonnenschein die Gipfel der Picos de Europa zu erblicken.

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Tag 10: Über Gargantas do Sil und Las Medulas nach Ponferrada

Wir haben morgens Santiago de Compostela über die Autobahn verlassen und sind dann bei Ourense auf eine kleine, weil landschaftlich schöne Nebenstraße abgebogen. Rund 100 Kilometer ging es auf und ab, sehr kurvig und teils in Serpentinen die Gargantas do Sil entlang. Das ist ein ziemlich tiefer Canyon, der das aufgestaute Flüsschen Sil führt. Immer wieder gab es Atem beraubende Ausblicke hinunter. Danach haben wir auf dem Weg zu unserem Tagesziel Ponferrada in Kastilien-Leon noch Las Medulas besucht, ein Gold-Minen-Gebiet aus römischer Zeit. In dem mehrere Quadratkilometer großen Areal sollen Zehntausende Sklaven gearbeitet haben. Um das Edelmetall aus dem orangefarben leuchtenden Gestein zu graben, haben die Römer die Hügel geflutet, bis sie auseinander brachen. Heute übrig geblieben ist eine zerklüftete Landschaft (auch Unesco-Weltkulturerbe), die einen ans Canyonland im Südwesten der USA erinnert. Auf einem kleinen Pfad kann man das Gebiet ablaufen. In Ponferrada schließlich haben wir abends noch das städtische Schmuckstück angeschaut: eine Templerburg, die ab dem 12. Jahrhundert errichtet wurde, um den Jakobsweg zu sichern. Nachfolgend die schönsten Motive eines schönen Tages.

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