Ljubljana und Graz

Wir sind jetzt in Graz. Die Zeit in Ljubljana haben wir, nachdem wir wieder frei waren, voll ausgenutzt. Unsere Unterkunft war an sich ganz gut, etwas nervig waren nur die Massen von Cheerleadern, die wegen einer Meisterschaft dort waren. Manchmal hatte man wirklich das Gefühl, ausser Cheerleadern gäbe es keine anderen Gäste. Überhaupt war die Herberge recht leer, was vor allem dann auffiel, wenn man allein in dem riesigen Speisesaal gesessen und gefrühstückt hat.

Wir hatten zwei Übernachtungen in Ljubljana, also einen kompletten Tag zur Besichtigung. Wir wollten uns aber auch noch eine Tropfsteinhöhle in der Nähe ansehen, also standen wir früh auf, um noch genügend Zeit für eine Stadtbesichtigung zu haben. Ljubljana ist eine schöne Stadt, in der es viel zu sehen gibt, die aber trotzdem nicht von Touristen überfüllt ist. Ein Besuch hier lohnt sich wirklich.

Noch viel Beeindruckender waren aber die Tropfsteinhöhlen in Postjna, einer Stadt, die etwa eine Stunde von Ljubljana entfernt liegt. Etwas vergleichbares habe ich noch nie gesehen. Der Eintritt ist zwar nicht ganz billig, aber es ist wirklich ein Erlebnis. Wir sind erst etwa zwei Kilometer weit einer klienen Bahn durch den Berg gefahren. Schon im Vorbeifahren gab es viel zu bewundern, aber noch viel schöner wurde es, als wir dann aussteigen konnten und rumgeführt wurden. Die Führungen wurden in verschiedenen Sprachen angeboten und die deutsch Gruppe war zu Glück im Vergleich zu den anderen recht klein. Es gab unzählige Stalagmiten, Stalagtiten und Tropfsteinsäulen, aber am schönsten fand ich die Vorhänge aus Stein, der so dünn ist dass das Licht hindurchscheinen kann. Das Höhlensystem ist wesentlich grösser, als ich es mir vorgestellt hätte. Ich glaube, wir haben etwa fünf Kilometer gesehen, aber es ist noch wesentlich grösser. Es ist wirklich wie eine Märchenwelt und man bekommt alles zu sehen, was zu einem perfekten Höhlenbesuch dazugehört: große Säle und kleine Tunnel, eine Brücke, einen unterirdischen Fluss, verschiedenfarbige Höhlen, und, und, und. Sehr schön war auch der Spaghettisaal, der eigentlich Maccaronisaal heissen müsste, denn er ist nach den vielen dünnnen Stalagtiten, die es dort gibt, benannt. Die sind aber innen hohl, als Maccaroni und keine Spaghetti. Die hohlen Tropfsteine finde ich besonders toll, denn man kann auf ihnen sogar Xylophon spielen… Ganz so begeisternt waren wohl nicht alle, dem Kleinkind in unserer Gruppe fehlte hier der Eisverkäufer. Aber ich glaube nach einer Weile hat es sogar das Eis vegessen und rief andauernd ganz begeisetert: „Steine!“. Davon gab es dort wirklich eine Menge.

Der Tag in Ljubljana war sicherlich einer der schönsten, aber auch einer der anstrengendsten. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Graz, mit einem kurzen Zwischenstopp in Maribor, wo wir aber nur eine halbe Stunde hatten, also nicht viel mehr als den Bahnhof sahen. Die Zugfahrten sind selten langweilig, allein schon, weil es immer wieder spannend ist, abzuwarten, was der Schaffner mit dem Ticket machen wird. Anfangs war kaum jemand darüber verwirrt und es wurde nicht gestempelt. Die Beamten in Kroatien schienen immer nicht so ganz zu wissen, was sie damit machen sollten, und seit einer angefangen hat, das Ticket abzustempeln, haben alle anderen das auch so gemacht, sodasss schon eine ganz hübsche Stempelsammlung zusammengekommen ist und ausserdem noch ein hübsches Autogramm von einem der Fahrkartenkontrolleure. Ich hab auf dieser Reise sogar gelernt, die Deutsch Bahn zu schätzen. Denn wer einmal von kroatischen Beamten Informationen wollte, der weiß, dass man die bei deutschen Beamten um einiges leichter bekommt und freundlicher sind die meist sogar auch. Bis jetzt ist mir die Österreichische Bahn aber am sympathischsten. Hier zahlt man keine Zuschläge und braucht keine Reservierungen (im Gegensatz zu Italien) und ausserdem sind die Züge so komfortabel. Man kann in den Abteilen alle Sitze so ausklappen, dass eine große Liegefläche entsteht, was vor allem nachts sehr praktisch sein muss, aber auch wenn man tagsüber fährt ganz bequem ist.

Gestern sind wir in Graz angekommen. Unsere Herberge hier ist bisher die teuerste, aber auch die beste. Vor allem das Frühstück… Es war schön, mal wieder richtiges Vollkornbrot zu bekommen und auserdem konnten wir unauffällig unsere Tee- und Nutellavorräte aufstocken und ein wenig Proviant mitnehmen. Graz ist eine Stadt, die es geschafft hat, das Alte und das Moderne gelungen zu kombinieren und den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2003 wirklich verdient. Ausserdem haben wir dazugelernt und uns hier in der Tourist Information genügend Broschüren besorgt, um uns quasi selbst durch die Stadt zu führen. Graz hat eine wunderschöne Altstadt in deren Nähe aber auch einige wirklich beeindruckende moderne Gebäude zu finden sind. Zum Beispiel eine geschwungene Metallbrücke, in deren Mitte ein Spielplatz und ein Cafe sind oder eine Kunstgalerie, die aussieht wie, ja wie was eigentlich? Ein ähnliches Gebäude habe ich noch nie gesehen. Vielleicht wie ein Ufo? Oder eine seltsame Wasserschnecke? Jedenfalls sehr komisch, aber toll. Graz ist zwar sehr auf Tourismus ausgelegt, aber trotzdem noch relativ ruhig. Ich denke, hier gibt es wirklich für jeden etwas und man kann hier durchaus etwas mehr Zeit verbringen.

Heute fahren wir wieter nach Wien. Die weitere Route ist jetzt übrigens komplett geplant und gebucht: von Wien geht es weiter nach Bratislava, dann nach Prag und schliesslich nach Berlin. Wir haben jetzt schon so viel gesehen und erlebt, dass ich befürchte, die Hälfte schon wieder vergessen zu haben, wen ich wieder zu Hause bin.

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Tag 9: Santiago de Compostela

Nach Bergen und Meer kommt jetzt die Stadt dran: zwei Tage Santiago de Compostela. Unser erster Rundgang durch die überschaubare und deswegen gut zu Fuß zu erkundende Innenstadt (ist ja auch durchweg Fußgängerzone!) führte natürlich zur Kathedrale. Beeindruckend, auch wenn das Portal la Gloria mit seinen über 200 Heiligenfiguren gerade zwecks Erhaltung von einem Baugerüst verdeckt wird. Wir sind auch am Sarg des Apostels Santiago (Jakob) unter dem Hochaltar vorbei gepilgert, auf den Kuss seines Mantels haben wir dann aber verzichtet. Die Zahl der Pilger auf dem Vorplatz hätten wir höher eingeschätzt. Und von vielen sehen Schuhe und Hosen noch so aus, als hätten sie keine hundert Kilometer zurückgelegt. Neben der Kathedrale, weiteren kleinen Kirchen und seinen engen Altstadtgassen überzeugt uns Santiago vor allem mit seinen kleinen Plätzchen, die meist ein Café haben, wo einige Stühle in der Sonne einladen. Am Nachmittag und Abend haben wir davon reichlich Gebrauch gemacht, während die Spanier innen saßen, um das Wimbledon-Finale zu schauen.

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Tag 8: von Muxia nach Camarinas

Heute konnten wir uns die Kirche von Muxia endlich mal von innen ansehen. An der Decke hängen überall Schiffsminiaturen, die Fischer, die aus Seenot gerettet wurden aus Dankbarkeit gespendet haben.

Den Vormittag verbrachten wir bei strahlendem Sonnenschein in einer kleinen Bucht bei Muxia.

Nachmittags wollten wir einen Ausflug nach Camarinas machen. Den Ort liegt gegenüber von Muxia, ist über die Straße aber erst nach 25 km zu erreichen. Auf dem Weg liegt Ponte do Porto, wo gerade ein riesiges Fest stattfand. Wie schon in Comillas war eine riesige Bühne aufgebaut und eine Showband sorgte für Stimmung. Die Leute hatten sich alle schön fein gemacht und genossen ihre Fiesta.

In Camarinas fuhren wir raus zum Leuchtturm. Danach wollten wir das Sardinenfest im Hafen besuchen, aber nachdem wir zwei Stunden die Vorbereitungen begutachtet hatten, beschlossen wir, lieber doch zu dem Fest nach Ponte zu fahren. 19 Uhr zurück in Ponte: Kein Fest mehr, alle am abbauen. Da wird ein Vergnügungspark und eine gigantische Bühne in den Ort geholt und das Fest geht nur nachmittags.

Also zurück nach Muxia und ein Bierchen in gewohnter Umgebung getrunken. Beim Warten auf den Sonnenuntergang mussten wir uns dann etwas beschäftigen.

Heute fahren wir weiter nach Santiago de Compostela.

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Eingesperrt in Ljubljana…

Nein, wir haben die Tuer nicht kaputt gemacht. Die Tatsache, dass sie funktioniert hat als wir ankamen und es jetzt nicht mehr tut, sagt darueber gar nichts aus…

Aber von vorne: Wir sind heute in Ljubljana angekommen, wo wir in einem Studentenwohnheim wohnen, das ganz in Ordnung ist, aber die Einrichtung ist halt nicht so ganz die neueste. Jedenfalls hakte und klemmte unsere Tuer schon seit wir angekommen sind ein bisschen. Und irgendwann so gegen elf Uhr heute Abend ging sie dann gar nicht mehr. Wir hatten nicht abgeschlossen, aber die Klinke oeffnete die Tuer nicht mehr so wie sie sollte. Wir sassen fest. Nach einigen Versuchen beschlossen wir dann schliesslich, an der Rezeption anzurufen und das Problem zu erklaeren. Wir hatten Glueck, es war noch jemand da. Ich weiss nicht, was wir sonst gemacht haetten. Der Mann am Telefon klang nicht besonders ueberrascht und sagte, es werde gleich jemand kommen. Kurz danach hoerten wir tatsaechlich Stimmen vor der Tuer, aber anscheinend konnten sie sie auch nicht oeffnen. Dann rief einer von ihnen irgendetwas auf Slowenisch, was der andere mit „Move away from the door“ uebersetzte. Es gab einen lauten Knall und dann noch einen und dann war die Tuer offen, wenn auch nicht mehr ganz intakt, und die zwei Maenner von der Rezeption standen in unserem Zimmer und entschuldigten sich fuer alles. Mussten sie aber nicht, wir fanden das ganze eher lustig. So etwas ist uns bis jetzt wirklich noch nicht passiert

Jetzt sind wir wieder frei. WIr haben auch ein neues Zimmer bekommen, weil wir bei dem ja jetzt die Tuer im Gegensatz zu vorher gar nicht mehr schliessen konnten. Das neue ist sogar fast schoener, auch wenn es etwas laestig war, wieder umziehen zu muessen nachdem wir gerade ausgepackt hatten. Ich bin mal gespannt, was uns in diesem Urlaub noch so alles passieren wird, bis jetzt ist es jedenfalls nie langweilig geworden…

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