Tag 4 und 5: Auf zur „Todesküste“

Wir haben die beiden Überführungsetappen aus den Bergen ans Meer nach Galicien (auf der Landkarte die Ecke oben über Portugal) gut hinter uns gebracht. Zwischendrin gab es einige Bergwertungen in Form von wunderschönen Serpentinenstraßen, die der Beifahrerin bekanntlich nicht so gut bekommen. Und dann empfing uns Galicien bei unserer ersten Station in Cedeira auch noch mit viel Regen und wolkenverhangenem Himmel. Fast hätte uns das die Laune verdorben, aber nach der Siesta zeigte sich die Sonne wieder und wir konnten an der Gehweg-Theke einer Tapas-Bar mit einem Bier auf den frischen Fisch anstoßen. Am nächsten Morgen haben wir uns dann Richtung Costa da Morte aufmacht, zur „Todesküste“. Die heißt so wegen den vielen Stürmen und der entsprechenden Zahl untergegangener Schiffe. In jüngerer Vergangenheute wurde der Landstrich gehäuft von Tankerunglücken geplagt. Gestrandet sind wir jetzt in einem kleinen Ort namens Muxia, unweit von Finisterra, wo die Menschheit früher glaubte, die Welt sei zu Ende. Hier wollen wir einige Tage bleiben. Dafür spricht neben Meer und Hafen-Cafés auch die Einrichtung unserer Pension: Mit W-Lan (für kabellosen und schnellen Internetzugang) und die Massagedusche (bitte Kopf zur Seite neigen oder Bildschirm um 90 Grad drehen).

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Venedig

Wir sind jetzt, anders als erwartet, in Zagreb in Kroatien. Das Internet darf man immer nur fuer eine Viertelstunde benutzen, daher hier nur ein kurzer Bericht. Spaeter dann mehr.

Vonn Mailand aus sind wir nach Venedig gefahren. Die Zugfahrt war recht ereignislos, bis auf die zwei Chinesen, die bei uns sassen. Der eine ist irgendwann verschwunden und einfach nicht mehr aufgetaucht. Seine Mitfahrerin blieb etwa zwi Stunden laenger sitzen und stand dannn in Venedig, an der Endstation, auf, sah uns fragend an und meinte : „Velona?“ Verona hatte sie leider um ein paar Stunden verpasste. Wir haben versucht, ihr so gut es ging weiterzuhelfen, was aber nur mit Zeichensprache nicht immer ganz einfach ist. Ich hoffe sie ist dann irgendwann doch noch angekommen.

 Unsere herberge war, trotz 16er-Zimmern ganz ok, bis auf das Fruehstueck, aber man kann ja nicht alles haben. Dafuer liegt es schoener als das Hilton, zu dem man uebrigens auch haette hinschwimmen koennen. Aber das haben wir dann doch nicht gemacht.

An unseren ersten Zwei Tagen in Venedig haben wir uns die Stadt angeguckt. Venedig ist einfach wunderschoen und mit keiner anderen Stadt zu vergleichen. Man muss einfach mal dagewesen sein. Jedes einzelne der Haueser ist sehr detailreich und einfach nur schoen, und auch wenn einige etwas verfallen wirken waehrend andere sehr prunkvoll sind, passt alles perfekt zusammen. Was auch sehr schoen an dieser Stadt ist, ist dass man eigentlich immer am Wasser ist. Ausserdem kann, beziehungsweise muss, man jeden Tag Boot fahren, was fuer mich bisher das Highlight eines jeden Urlaubs war. Man merkt dieser Stadt an, dass sie sehr reich war und wohl auch noch ist, aber sie wirkt trotzdem nicht protzig. Ueberall gibt es wunderschoene Kirchen, die Beeindruckendste davon der Markusdom, der sich durchaus mit dem Petersdom messen koennte. Er ist zwar kleiner, dafuer aber komplett vergoldtet und vielleicht etwas weniger ueberladen.

An unserem dritten Tag in Venedig haben wir uns ein paar kleinere Inseln in der Naehe angesehen, die eine ganz andere Atmosphaere als Venedig hatten. Zuerst waren wir auf der Insel Murano, die fuer ihr Glas bekannt ist und wo ich mich beim Souvenir-kaufen schon sehr zurueckhalten musste. Dannsind wir nach Burano gefahren. Dieses Fischerdorf ist eigentlich noch wesentlich schoener als Murano, da hier alle Haeuser in leuchtend bunten Farben bemalt sind. Danach sind wir noch auf eine kleinere Insel gefahren, wo wir erst, weil wir uns nicht auskannten, ein paar Touristen verfolgt haben, und dann etwas orientierungslos bis zur naechsten Haltestelle geirrt sind.

Ich denke, ich war ganz sicher nicht das letzte mal in Venedig. Es ist wirklich eine besondere Stadt und es ist einfach wunderschoen abends am Markusplatz oder am Wasser zu sitzen und den Musikern zuzuhoeren oder einfach nur auf die Stadt zu gucken.

Jetzt habe ich leider keine Zeit mehr, aber nur so viel: nach Venedig wurde es etwas abenteuerlicher. Wir hatten ein paar Probleme, Herbergen zu finden und sind schliesslich fuer eine Nacht in Klagenfurt untergekommen und dann nach Zagreb weitergefahren, wo wir auch jetzt noch sind. Und: wir hatten noch kein bisschen Regen!

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Tag 3: Picos de Europa

 Für diesen Tag stand unsere Bergtour an. Leider war es oben stellenweise doch sehr neblig, darunter litt die Fernsicht und die Fotografierbereitschaft. Die geplante 7,5-stündige Gipfelbesteigung haben wir deshalb gegen eine 4-Stunden-Tour um zwei wunderschön gelegene Bergseen eingetauscht. Es war zwar nicht so anstrengend wie die Besteigung des Croagh Patrick im vergangenen Jahr in Irland, aber wir kamen trotzdem ganz schön ins Schwitzen. Auf dem Weg runter von den Bergen machten wir in Covadonga Station. Das ist ein kleiner Wallfahrtsort, er gilt als „Wiege“ der spanischen Nation. Vor hier aus hat einst Fürst Pelayo begonnen, die Mauren zurückzudrängen. Sein Grab liegt in einer Höhle in einer Felswand, wo er sich um 722 n. Chr. zurückgezogen haben soll. Daneben gibt es einen modernen Marienaltar und im Ort eine schöne, aber nicht so alte Basilika.

 

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Tag 2: Cangas de Onis (oder: !Campeones!)

Weiter ging’s Richtung Picos de Europa, zur „Bergtour“, bei der es nichts zu gewinnen und nichts zu verlieren gibt. Station haben wir gemacht in einem Örtchen namens Cangas de Onis. Keine Ahnung, was das bedeutet, ist aber sehr nett hier. Vormittags machten wir die erste kleine Wanderung durch eine Schlucht, bei der man sich keine Fehltritte erlauben darf (siehe Foto). Danach schauten wir uns die Sehenswürdigkeiten des Ortes an, von denen es im Grunde nur zwei gibt: Erstens die „Römische Brücke“, die zwar alt, aber nicht so alt ist. Romanische Brücke passt besser. Und dann eine kleine Kapelle, die über einem prähistorischen Dolmen erbaut ist. Der Abend stand dann im Zeichen des Fußball-EM-Finals zwischen Spanien und Deutschland. Wir haben uns in einer Kneipe mit großem Fernseher an die Theke geschlichen und dann versucht, das Spiel möglichst unauffällig zu verfolgen. Ist uns im Wesentlichen auch gelungen – es gab ja in Halbzeit zwei kaum noch Möglichkeiten zum Aufschreien fürs deutsche Lager. Doch war’s schön, die Spanier feiern zu sehen. In Sachen Autokorso haben sie zwar Nachholbedarf, dafür singen sie die „kleinen Alemanos“ von zehn bis null perfekt runter und spielen besser Torero mit vorbeifahrenden Autos. Gründe genug, uns dann leise nach Hause zu schleichen. Dafür machen wir jetzt im Europameisterland Urlaub – Olé!

 

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